Weil Stress für Hunde mehr ist als nur die Situation

Shownotes

In dieser Folge geht es um:

  • eine Studie von Horváth, Z., Dóka, A., & Miklósi, Á. (2008).
  • den Unterschied zwischen Reiz, Situation und Bewertung
  • warum Cortisol vor dem Training oft schon etwas über die Ausgangslage erzählt
  • was Beziehung, Alltag und Rückzugsorte mit Stress zu tun haben
  • „Stress perforieren“ – kleine Momente, in denen Du gezielt Entspannung, Freude und Erfolg möglich machst
  • warum es sich lohnt, immer wieder an den Basics zu arbeiten, auch wenn Du eigentlich „nur“ ein konkretes Problem lösen willst

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Transkript anzeigen

00:00:02: Hast du dich schon mal gefragt, warum dein Hund in einer Situation mehr oder anders gestresst reagiert als ein anderer?

00:00:12: Darum geht es heute.

00:00:13: Zumindest ein bisschen!

00:00:14: Nicht eins allgemein nicht alles aber ich habe dir da was mitgebracht.

00:00:19: Du hörst Anders Mit Hund und Ich Bin eine Wuche.

00:00:33: Thema Spielen mit Hunden oder Spielen von erwachsenen Hunden.

00:00:38: Und dazu habe ich nochmal eine Studie gelesen, die ist schon ein bisschen älter aus dem Jahr.

00:00:49: Über diese Studie beziehungsweise über das, was dahinter steckt möchte ich heute mit dir sprechen.

00:00:55: Ganz allgemein!

00:00:56: Ich will hier keinen Wissenschaftspodcast draus machen sondern ich möchte mit dir gucken warum reagiert der eine Hund so?

00:01:03: Warum reagiert er andere und so?

00:01:04: Wieso sind Hunde so unterschiedlich?

00:01:07: für den einen ist es ein Easy Setting und für den anderen nicht.

00:01:10: Unser typisches Denken ist entweder wir halten den Hund einfach dünnes Nervenkostüm, extrem sensibel und vielleicht belächeln wir oder schauen das auch so ein bisschen mitleidig an.

00:01:21: Mit der Haach ja er ist halt ich sag mal eine Mimose, der ist halt hochsensibel, der is halt Ja?

00:01:28: Oder Wir gucken uns auf die Situation.

00:01:31: Das ist tatsächlich der Klassiker.

00:01:32: wenn wir unseren Hund nicht Rückwirken beurteilen, sondern in einer Situation sind wo er gestresst reagiert schauen wir und sagen oh das ist ein anderer Hund da war ein Geräusch.

00:01:43: Da war eine Begegnung und und und Und wir suchen die Begründung im Umfeld natürlich.

00:01:49: irgendwie stimmt es auch beides.

00:01:52: aber Es greift eben auch beiders zu kurz.

00:01:54: die Studie, über die ich eben schon gesprochen habe.

00:01:57: Die sagt oder trägt den Gedankenstress ist nichts was einfach nur passiert in dem Moment sondern Stress entsteht und es hat viele Einflussfaktoren inwieweit Hunde eine Situation stressend empfinden.

00:02:14: Und das ist die Lernerfahrung!

00:02:17: Das ist der Umgang von uns Menschen mit den Hunden und die Erwartung.

00:02:22: Und wenn du jetzt sagst, ja mein Hund hat aber eine schlechte Kindheit gehabt und dann ist er ja das kriege ich ja nie wieder raus.

00:02:28: natürlich kriegen wir das nicht komplett raus Aber wir können trotzdem dafür sorgen dass unsere hunde mit uns zusammen einer anderer erwartungen haben Denn hunde sind geniale Kontextlerner.

00:02:37: und Wenn der Hund auch nach einem halben Jahr oder Ja bei dir auf bestimmte Situationen immer noch mit stark Stress reagiert, dann dürfen wir dahin gucken wie können wir das ganz ganz konkret nochmal anpacken und verändern.

00:02:52: Der Stress entsteht nicht nur im Moment der passiert nicht einfach in dem Moment, er entsteht auch nicht weil der Nachbar wieder die Kettensäge angeschmissen hat sondern der entsteht aus vielen Gründen.

00:03:04: hat der Hund gelernt ich werde kontrolliert korrigiert, ich muss funktionieren.

00:03:10: Hat der Hund gelernt?

00:03:11: Ich darf mitgestalten!

00:03:13: Ich habe Möglichkeiten mit dieser Situation umzugehen.

00:03:16: Ich bekomme Supportfreiheit.

00:03:19: Kann ich mich bewegen?

00:03:20: Kann ich so verhalten dass es mir gut tut?

00:03:24: Bekomme ich unterstützende Hilfestellung oder bekomme ich Anweisungen und Druck?

00:03:30: wird der Rahmen für mich gestaltet.

00:03:32: Das Nervensystem des Hundes entscheidet im Prinzip Oder der Zustand eines Hundes entscheidet, im Prinzip ist es hier Stress oder nicht.

00:03:40: Und ob etwas als Stress empfunden wird oder nicht hat ganz viel damit zu tun.

00:03:45: auf welche Grundlage fällt dann dieser auslösende Reiz?

00:03:48: Was ist in der Zustands insgesamt und was ist eigentlich konkret möglich?

00:03:53: Wie wird konkret reagiert?

00:03:55: wie kann ich damit umgehen?

00:03:56: Die Situation ist also nicht der Stress.

00:03:59: Der Reiz ist nicht der Strändestress, sondern die Bewertung der Situation und des Reizes in Kombination mit dem aktuellen Zustand des Hundes.

00:04:09: In der zu Beginn genannten Studie wurden verglichene Hunde einer Grenzkontroll- oder Grenzkontochhunde und Polizeihunde.

00:04:19: Du merkst schon, ja so richtig große Unterschied ist das jetzt für uns nicht.

00:04:23: Aber auch das macht einen großen Unterschied!

00:04:25: Die Hunde der Grenzkontrolleure lebten viel mehr mit den Menschen zusammen.

00:04:31: Es wurde mehr Beziehungsverhalten ausgetauscht es wurde mehr Alltag miteinander gestaltet es wurde Mehr Zuneigung zueinander ausgetauscht.

00:04:41: Die Polizeihunde lebten mehr im Zwinger.

00:04:45: Sie wurden mehr für Training und Auslastung, sage ich mal rausgeholt aus diesen Sachen.

00:04:52: Sie waren weniger mit den Polizisten unterwegs als die Hunde der Grenzkontrolleure getestet wurde.

00:05:00: Wie ist der Stresslevel dieser Hunde vor dem Training?

00:05:03: Dann wurde eine bestimmte Form von gemeinsamer Interaktion, spielerischer Interaktionen durchgeführt für die es ein paar Vorschriften gab wie das abzulaufen hatte was mindestens drin sein konnte damit dass im Bereich der Jagdersatzspiele, Sozialspiele und Co ablauft.

00:05:22: dann wurde der Cortisol-Spiegel wieder gemessen Und jetzt ist gemessener Cortisol natürlich immer nur ein Punkt, den man messen kann in der Akute.

00:05:31: Aber es ist schon ganz guter Punkt und die Grenzkontrollhunde haben diese Situation deutlich weniger stressend empfunden.

00:05:39: Daraus haben die Wissenschaftler geschlossen dass der allgemeine Umgang das Gesamtsystem wie die Hunde leben, wie mit ihnen umgegangen wird was so um sie herum stattfindet einen deutlichen Einfluss haben.

00:05:53: Außerdem haben die Grenzkontrolleure den Hunden gegenüber anderes Verhalten gezeigt.

00:06:00: Ich sag mal ein etwas zugewandteres Verhalten als die Polizisten, die mit ihren Diensthunden da waren.

00:06:08: Beide Gruppen hatten unterschiedliche Stresslevel.

00:06:11: Woher könnte das kommen?

00:06:13: Wie kann das entstehen?

00:06:14: In der Tat hat es sich eben abgezeichnet dass der freundlichere nenne ich jetzt Mal zugewanderer Umgang dafür gesorgt hat, Warum erzähle ich dir das jetzt alle?

00:06:27: Wir können jetzt lange darüber diskutieren, ob man diese Messungen wirklich übertragen kann auf uns und unsere Hunde.

00:06:33: Es gibt aber noch andere Studien die das stützen was ich dir jetzt so erzähle warum ich dir es erzähle.

00:06:39: wir arbeiten mit unseren hunden daran mit uns durch den Alltag zu gehen und dabei kommen sie häufig in Situationen die für Sie erst mal stressig sind wenn sie neu zu uns kommen.

00:06:50: Jetzt ist es also so, durch den Umzug zu uns wird es für sie insgesamt im Leben schon schwieriger.

00:06:56: Sie haben genau dieses schon eine vertrauensvolle Beziehung mit uns aufzubauen.

00:07:01: Dieses sie uns gut lesen zu können und als Vertrauten sehen zu können, haben sie noch gar nicht.

00:07:07: Sie müssen trotzdem die Hürden des Alltags überwinden.

00:07:09: Das ist erstmal ein Einstieg der macht das natürlich erst einmal für unsere Hunde echt tricky!

00:07:14: Und damit meine ich jetzt sowohl den Welpen perfekt aufgezogen zu dir zieht als auch den Hund, der im hohen Alter zu dir kommt.

00:07:24: Für alle ist das erst mein Umbruch.

00:07:27: Wie sie gut Sie mit dem Umbrucht zurechtkommen hängt von verschiedensten Faktoren ab und dazu gehört es unter anderem natürlich welche Lernerfahrung und Erwartungen haben Sie mitgebracht?

00:07:37: Und da ist keine nicht unbedingt die beste.

00:07:40: Also ein Welpe hat es da nicht unbedingt leichter als der ausgewachsene Tierschutzhund, sondern den ausgewachsenen Tierschutzhund der vielleicht schon gute Kompensation und Strategien hat.

00:07:49: Der kann sogar im Vorteil sein.

00:07:51: aber worum geht's mir jetzt hier?

00:07:53: Wenn wir jetzt hergehen und darauf achten... dass unser Umgang nicht zum Stressor wird, das wir also uns viel Zeit mit dem Hund nehmen.

00:08:01: Dass der bei uns ankommt da wenig Erwartungshaltung erst mal haben, dass wir Rückzugsorte für den Hund auch von uns schaffen dann wird es alles schonmal deutlich leichter für den Hund.

00:08:12: gleichzeitig ist es natürlich so dem Hund helfen dürfen, können müssen.

00:08:18: Alles was sie also mit uns an Erfahrung sammeln das verändert ja ihr Erfahrungssystem insgesamt und wenn wir ihnen die Zeit geben anzukommen zwischendurch zu entspannen sich zurückzuziehen für gute Strukturen sorgen dann entlastet dass das Gesamtsystem Wenn wir irgendwann feststellen das Gesamt System ist immer noch total aktiviert Trottgut gar gemachte Erfahrungen mit uns, schleppt da einfach zu viel Ballast mit sich rum.

00:08:48: Als das das Gesamtsystem runterfahren würde dann brauchen wir – idealerweise machen wir es natürlich sofort egal ob er es braucht oder nicht.

00:08:56: aber wenn man jetzt feststellt, dass die Maßnahmen bis hierhin reichen nicht, dann brauchen ein systematisches Vorgehen.

00:09:04: Wir brauchen ein richtig systematisches Vorgehen, wo wir den Stress erst einmal perforieren nenne ich das immer.

00:09:09: Also kleine Momente schaffen in denen wir nicht sagen jetzt stellen wir Anforderungen oder der Hund soll mal zur Ruhe kommen sondern wo wir die Gegenspieler von Stress aktivieren wo wir dafür sorgen dass gezielter Entspannung eingesetzt wird Freude ausgelöst wird Erfolg erlebt wird.

00:09:26: minimalistisch erst einmal behaupt diesen Stress diese Stressempfindung perforiert dann wird es für uns im nächsten Schritt enorm wichtig zu hinterfragen, wo im Alltag nehmen wir den Stress in Kauf.

00:09:40: Wo ist unser Umgang oder der Alltag, indem wir mit dem Hund leben, suboptimal für diesen Hund?

00:09:48: Und klar, das Peaks.

00:09:50: Also wenn ich hierhin gucke und sage, wo ist es so optimal mit dem Hund?

00:09:53: Dann stelle ich fest Mensch da habe ich mich doch wieder karpersprachlich doof verhalten.

00:09:58: oder an der Stelle reagiert sie mit Konfliktsignalen.

00:10:00: Da hab' ich was ausgelöst, das habe ich vorher übersehen.

00:10:03: Dann fühlt sich das natürlich nicht gut an und ich neige dann auch dazu mir erstmal selber zu erklären und zurechtfertigen warum das so ist.

00:10:10: De facto hat ihr Gehirn das entsprechend interpretiert.

00:10:15: da an diesem Gesamtsystem zu ändern, statt nur das im Auge zu behalten wo unser Hund vielleicht zu reagiert, so reagiert das.

00:10:23: wir sagen der ist schon komplett drüber.

00:10:25: Der reagiert mit total krassen Ängsten oder kann überhaupt nicht mehr ansprechbar sondern immer erst mal zu gucken.

00:10:33: ok es gibt konkrete Situationen in denen reagiert mein Hund anders als ich mir wünschen würde.

00:10:38: da ist er total gestresst.

00:10:40: Ich weiß ich muss an diese Bewertung dieser Situation ran.

00:10:44: allerdings ist es leichter erstmal im Alltag zu gucken welche Grund Anspannung nehmen wir sowieso schon immer mit in die Situation und da erst mal eine ganze Menge auszuradieren, zu verändern und das Gesamtsystem zu ändern.

00:10:58: Ehe wir uns wieder dem Training an diesen Situationen widmen.

00:11:02: Das ist das was ich dir primär mitgeben möchte!

00:11:06: Das wird ganz oft... Ich merke es auch immer wieder wenn ich im Alltag mit Menschen zu tun habe die schon wirklich weit im Denken sind.

00:11:14: sobald es um ein akutes Problem geht was sie gerne lösen möchten versteift sich alles auf dieses Problem im Denken.

00:11:22: statt auf die Lösungen zu gucken, denken wir im Problem.

00:11:25: Ja aber der zeigt doch so Angst vor Männern.

00:11:28: ja aber der bellt doch andere Wunder an.

00:11:30: ja was mache ich denn wenn da jetzt die Katze steht und er wieder explodiert?

00:11:34: Und wenn ich dann sage ja dafür müssen wir auch Strategien trainieren.

00:11:37: Aber erst einmal treten wir einen Schritt zurück und wir gucken uns an Was sagt denn das Gesamtsystem?

00:11:42: bei den Grenzschutzhunden wo sie von den Haltungsbedingungen anders gehalten wurden als Polizeidiensthunden war der Quartisol-Spiegel nämlich schon vorher niedriger.

00:11:53: Die Polizeihunde, die auch sonst gestresster waren durch und nach dem Training, die waren es schon vorher!

00:12:00: da genauer hin zu gucken und zu sagen, okay Moment mal.

00:12:03: ich kann also das gesamte System erst einmal verändern.

00:12:06: Und wir können alle immer irgendwas optimieren und dann kann ich mich mit einer neuen Ausgangssituation diesem Training nochmal gezielt finden.

00:12:14: dass ist das worum es geht.

00:12:16: wenn du jetzt denkst ja wie oft soll ich noch zurück zu den Basics?

00:12:19: Immer wieder!

00:12:20: Ich sage nicht Wir können erstmal dem Training am Problem anfangen perfekt haben, sondern ich sage es lohnt sich immer wieder wenn wir denken, boah unser Hund ist aber viel gestresst auf die einzelnen Dinge zu gucken und sich eine konkrete Sache rauszupinken.

00:12:34: Die wir vielleicht im Alltag anders gestalten können wo wir dem Hund einen Stressrohr wegnehmen können, wo wer dafür sorgen kann dass es ihm besser geht oder die mehr Glücksmomente aktivieren damit wir eben diesen Stress perforieren.

00:12:47: und das hat dann auch Auswirkungen auf den Rest und macht uns das Leben und das Training leichter.

00:12:53: Ganz plakativ gesagt, ganz knackig zusammengefasst.

00:12:57: Höhe auf nur über das Problem nachzudenken.

00:13:00: Denke in Lösungen und sei dir versichert je mehr du über Lösungen die sich nicht auf das Problem direkt beziehen im ersten Moment.

00:13:10: Das Wohlbefinden deines Hundesteigers den Stresslevel singst desto besser wird seine Lernfähigkeit und desto leichter wird es dir verhalten auch die schwierigen Situationen und Strategien dafür zu trainieren.

00:13:23: In diesem Sinne hoffe ich du nimmst eine Menge mit und sage auf bald!

00:13:29: Falls Du im Übrigen sagst, Du wärst gerne eine Kollegin die genau das tut.

00:13:36: Und du bist noch keine Kollegin, sondern du möchtest gerne Kollegin werden und möcht es gerne systematisch mit Menschenhunde-Teams arbeiten.

00:13:44: Anlösungen die sich nicht nur über Übungen und klassisches Hundetraining, sondern über tiefgreifende Veränderung, die sich auf alle Alltagsbeteiligten auswirken und die auch alle Ausalltagsperteiligten betreffen.

00:14:00: Falls du eine solche Kollegin werden möchtes dich das Thema Mensch und Hund im Zusammenleben gepackt hat.

00:14:06: Dann verlinke ich dir hier drunter unsere Ausbildung und freue mich, wenn ich dich vielleicht demnächst in der Liste an der Ausbildung interessierten entdecke und wir im Kontakt treten!

00:14:18: In diesem Sinne sage ich bis bald.

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