Ich habe mich erwischt – wenn aus dem Hund plötzlich eine Problemliste wird

Shownotes

Kennst Du das Gefühl, wenn der Alltag mit Hund sich plötzlich nur noch aus Hürden zusammensetzt? Wenn aus dem entspannten Spaziergang eine Hab-Acht-Übung wird – und Du merkst: Ich kämpfe gerade. Aber wogegen eigentlich? Mir ist es passiert. Nach über zehn Jahren. Mit Ella, in Berlin, in einer familiär belasteten Phase, die keiner von uns geplant hatte.

In dieser Episode erzähle ich Dir ehrlich, wie ich in die GEGEN-Falle getappt bin – und was mich da wieder rausgeholt hat. Nicht eine Trainingstechnik. Nicht ein Plan. Sondern eine einzige Frage. Was Dich erwartet:

  • Warum Stress unseren Blick auf den Hund verändert
  • Wie wir ohne es zu merken ins Kämpfen rutschen
  • Warum das kein Versagen ist – sondern ein Signal
  • Die eine Frage, die die Richtung verändert

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00:00:07: Hi, hier ist Anne Wucher.

00:00:09: Das hier ist Anders mit Hund und in der heutigen Episode erzähle ich dir wobei Ich mich gerade erwischt habe und ich bin fest davon überzeugt dass du das brauchst.

00:00:23: Mir ist grade.

00:00:24: was passiert mit Ella?

00:00:27: Wir sind gerade in der Großstadt.

00:00:29: Großstadt ist nicht so meins.

00:00:31: Dieser spontan ungeplante Trip in die Großstadt war jetzt auch Nicht aus so einem föhnengrund.

00:00:38: Es geht um familiäre Geschichten.

00:00:41: Wir sind also sehr spontan einmal quer durchs Land nach Berlin und jetzt sind wir in der Großstadt, das erste Mal mit Ella, dass wir in einer Großstadt sind.

00:00:52: Ella ist seit vier Monaten an meiner Seite.

00:00:54: dazu die familiär angespannte Situation.

00:00:57: Wir haben noch nicht so richtig gut zusammengewachsen auch wenn wir ganz gut miteinander auskommen.

00:01:02: Wir hatten schon so unsere Routinen

00:01:04: usw.,

00:01:04: aber es ist irgendwie ... Jetzt alles durcheinander gewirbelt und ich bin auch kein Stadtmensch.

00:01:10: Ich brauche Stille, ich brauche Natur... ...ich brauch Zeit für mich!

00:01:14: Ich brauch ganz viel Raum und vor allen Dingen morgens unbedingt Stille für mich und das hab' ich hier nicht.

00:01:22: Und dabei haben wir es jetzt nicht so schlecht getroffen.

00:01:25: also mal abgesehen von der familiären Situation.

00:01:28: Haben wir eine coole Unterkunft?

00:01:29: Wir haben ein kleines Gärtchen, wir sind auch nicht mitten in der Stadt aber trotzdem, ich merke ist belastet mich doch arg.

00:01:37: Und das, was mich belastet ist gar nicht mal nur dieses.

00:01:42: wir mussten alle unsere Pläne umschmeißen und es gibt in der Familie eine doofe Situation usw.

00:01:47: Sondern mit Änder an der Stadt zu sein!

00:01:50: Das belastete mich arg auf einmal auf tausende Hochzeiten zu tanzen.

00:01:54: Mein Mann, der aufgrund der familiären Situation gerne mit mir über Dinge sprechen möchte für den ich auch gerne da sein möchte, dass was sich aber total beißt damit, mit Ella gar nicht mehr so entspannt spazieren gehen kann.

00:02:07: Ella frisst alles, was sie kriegen kann vom Boden.

00:02:13: Ella hat die Erfahrung gemacht, dass sie das nicht darf und ich vermute auch ein bisschen, dass ihr die Erfahrung macht habt, dass man es ihr wegnimmt denn in der Sekunde wo ich sie darauf anspreche, wenn sie etwas gefunden hat schlägt sie es tatsächlich schneller runter.

00:02:27: Ella, die nicht mit jedem Mund zurechtkommt und auf enge Begegnungen vor allen Dingen mit größeren Hunden gut und gerne verzichten kann.

00:02:35: Und dabei auch gegebenenfalls sehr deutlich wird und die Zähne einsetzt.

00:02:40: Ella, Die auf Besuch verzichten Kann und hier herrscht gerade ein Regelskommen und Gehen.

00:02:46: wir haben Nicht unsere abgeschiedene stille und es sind nicht nur hunde erfahrene leute um uns herum aber nicht nur das sondern wir schlafen schlechter.

00:02:56: Wir haben nicht so viel Freiheit, wir haben diese tausend Dinge auf einmal, auf die wir achten müssen und ich merke beim Spazierern total, ich bin absolut in Habachtstellung!

00:03:09: Ich nehme die Leine strammer, ich schau die ganze Zeit wo ist wieder was?

00:03:14: Wo liegt Müll?

00:03:14: Wo liegen Scherben?

00:03:15: Wo kommt der nächste Hund?

00:03:17: Wo muss ich auf ein Auto aufpassen?

00:03:19: Wo muß ich immer ausweichen?

00:03:21: Mir ist das alles zuviel.

00:03:23: Ich fühle mich total zerfasert im Prinzip, ich hab das Gefühl auf nichts meine Sinne auch nur eine Minute mal richten zu dürfen.

00:03:31: Ansonsten muss ich ja von der nächsten Seite wieder mit dem Crash reden und vielleicht kennst du das auch?

00:03:38: Auf einmal warte ich eigentlich nur darauf dass von irgendwo der nächste Einschlag kommt.

00:03:44: Vielleicht kennst Du das nicht unbedingt wenn die Großstadt nicht das mit dem neuen Hund.

00:03:47: aber dieses Gefühl Da ist plötzlich eine riesige Liste und es besteht nur noch daraus, dass wir aufpassen müssen das nichts Blödes passiert.

00:03:58: Gegen des Ziehen angehen also dass wir die ganze Zeit darauf achten dass der Hund aber jetzt bitte nicht wieder zieht.

00:04:03: Dass der Hund jetzt bitte am Zaunwelt oder dass er nicht in einem anderen Hund anbällt.

00:04:09: Dass wir nur noch reagieren und nur noch unterwegs sind um die Probleme zu sehen.

00:04:16: Ich bin eins echt... in schwierige Situationen gekommen.

00:04:19: Also nicht nur eine blöde Begegnung direkt am Straßenrand, an Kreuzungen oder so sondern auch in so Situationen wo man hinterher steht und denkt oh nein lieb unangenehm und gleichzeitig viel lustig.

00:04:30: zum Beispiel dass er im Moment nicht so gerne hier spazieren geht einfach nicht gerne.

00:04:34: wir haben bisher einen super aktiven Mund gehabt der total gerne mit uns spazierengegangen ist.

00:04:40: Hier in der Stadt merke ich, die ist sehr langsam.

00:04:42: Die ist sehr trödelig unterwegs diese ganze Zeit im ersten Suchenmodus wenn sie vorwärts geht aber sie steht auch häufig im E-Sillnudus irgendwo rum oren runter Kopfgedruckt große Augenroute angelegt und sagt Nee!

00:04:56: Ich will da nicht lang Und ich komme total in ein Konflikt Wenn ich dann irgendwohin muss und Sie nicht will.

00:05:05: Ihr macht das Spazierieren am meisten Spaß abends spät Wenn wir dann noch so einen Runden Block hin, da begegnen wir aber diverse Tieren.

00:05:14: Füchsen, Katzen

00:05:15: etc.,

00:05:17: und Anna hat jetzt auch schon mal in der Nacht mit Spurlaut auf der Straße gestanden und so laut ihren gelbenden Spurlaub losgelassen das überall um ins Herundeslicht angehen.

00:05:30: Super peinlich immer übrigens!

00:05:33: Und ich habe das Gefühl, auf einmal gab es nur noch Hürden.

00:05:38: Also nachts spazieren gehen, ja da geht der Hund mit.

00:05:41: Aber dann ist er laut und wir begegnen soviel Katzen oder anderen Dingen.

00:05:44: Außer im Sicht die Scherben und den Müll nicht so früh.

00:05:47: Tagsüber spazierend gehen, poah die ganzen Begegnungen und dies und jenes... Und ich habe nur noch Problemliste gesehen und am Ende gedacht irgendwie oder in letzten Tagen gedacht brauche ich Kämpfe nur noch dagegen an!

00:06:03: Warum eigentlich?

00:06:05: Warum bin ich nur noch in dieser extremen Scheiße, Leine Begegnungen sonst wie in dieser Negativspirale eigentlich.

00:06:14: Das ist kein Zufall und es ist auch kein Versagen sondern das ist ein ganz normales Stressphänomen.

00:06:21: Wenn wir unter Stress stehen verändert sich Unterblick und wir fallen im alte Verhaltensmuster.

00:06:28: Es geht übrigens dein Mund genau so.

00:06:30: oder unseren Hunden unter Stress rechen alte Verhaltensmuster wieder hervor.

00:06:35: Und wir sind von klein auf hier drauf, euch darauf geprägt dass wir Dinge die gut laufen so hinnehmen und das wenn es schief läuft ihr den Blick darauf richten.

00:06:45: Wir sehen Probleme, Probleme, Probleme und auf einmal sehe ich gar nicht mehr Ella mit ihren tollen Eigenschaften sondern ich sehe meine Problemliste und ich fange an zu reagieren weil ich überhaupt nicht mehr weiß, wie ich vorausschauend handeln soll.

00:07:03: Weil ja gefühlt jede Variante des Lebens gerade Hürden beinhaltet.

00:07:09: und statt jetzt mich zurückzunehmen und zu sagen okay einfach mal durchatmen überlegen Beobachten was können wir Gutes tun sehe ich halt nur das läuft nicht.

00:07:20: Wir kämpfen also statt zu verstehen in diesen Situationen Und natürlich merken dass unsere Hunde Sie merken es daran, dass wir die Leinungsstramme halten.

00:07:30: Dass wir vielleicht auch schon vorausschauend sie irgendwo mitziehen oder Dinge tun, die wir sonst nicht tun, das wir ihnen immer mehr verbieten.

00:07:39: also ich habe mich damit wüscht, ich ziehe in der Regel nicht mit und solche Dinger, aber ich mich dabei erwischt, dass Anna irgendwo schnüffeln wollte und ich sie vorher schon weggerufen hab weil ich gedacht habe oh das ist wieder so eine Stelle da liegt bestimmt wieder Müll und solches Sachen.

00:07:57: Das ist sowas, wo wir merken dass wir immer angespannter werden und dieser Teufelskreis den dürfen wir durchrechnen.

00:08:07: Das ist ein wichtiger Aspekt.

00:08:09: wenn wir nämlich nur gegen die Probleme arbeiten dann wären das nicht weniger sondern wir richten den Fokus immer weiter auf die Probleme statt auf die Lösung und dann sehen wir auch nur Probleme.

00:08:23: Ein für mich was In den letzten Tagen irgendwann im Moment beim Spazierengehen, die Ella hat geschnüffelt.

00:08:32: Ich hab daneben gestanden und ich habe richtig gemerkt wie ich auf die Uhr gucke und nach links gucke oder rechts gucke.

00:08:37: Und angespannt bin.

00:08:38: Dann habe ich mir gesagt Anna was machst du hier gerade für eine Kacke?

00:08:42: Die Sonne scheint da vorne kommen die Crocus raus.

00:08:46: Du hast den nächsten Termin erst in der Stunde.

00:08:49: das Schlimmste was dir jetzt passieren kann ist dass du fünfzig Minuten bis zurück brauchst für die Strecke von fünfhundert Metern.

00:08:56: Dann kannst du dir halt nur noch schnell ein Tee schnappen und in den Termin hüpfen, dann ist es halt so.

00:09:01: Hängst du heute Abend fast dran?

00:09:03: Aber jetzt atme doch mal durch!

00:09:05: Lass mal die Leine locker!

00:09:07: Komm mal wieder zurück in deinen Trott, in deinen Monos.

00:09:11: Bei mir ist das ganz viel so wenn ich mich fremdbestimmt fühle dass ich dann in diesen Funktionieren-Modus komme Und... Ich habe mir einen enger Einblick geguckt und gedacht was brauchen wir zwei eigentlich?

00:09:25: Also nicht, wie kriege ich das hier in den Griff?

00:09:27: Wie sorge ich jetzt dafür, dass sie nicht direkt wieder das nächste frisst.

00:09:29: Sondern was ist eigentlich das, was wir beide gerade brauchen?

00:09:33: Was macht unser Fell weder dicker eher so wie meins?

00:09:37: und was ist jetzt hier eigentlich los?

00:09:40: Und ich habe für mich entschieden zum Beispiel, dass wir dann halt eine Stunde brauchen für fünfhundert Meter.

00:09:46: In den nächsten Tagen es ist jetzt halt so... Dann mag sie halt nicht so gerne hier große Strecken mit mir laufen, dann ist es halt so und dann mag sie immer nur die selben Straßenzüge laufen.

00:09:57: Dann ist das jetzt halt so.

00:09:59: wir haben beide gerade keine Kapazitäten, dass zu trimieren Und ich gucke lieber, dass wir tolle Beschäftigungseinheiten sonst miteinander machen und das werden anderer Stelle noch Bewegungen, Erkundungen und Freude in unser Leben holen.

00:10:16: Ich habe mich also gefragt, was brauche ich eigentlich gerade?

00:10:19: und ich brauche vor allen Dingen Durchhalt, Atmenstille und in Abstand zu einem gehen.

00:10:24: Und was braucht Ella grade?

00:10:26: Ella braucht Bedürfnisbefehlingungen!

00:10:28: Und Ella braucht definitiv das, was sie auch so ihren Trott machen lässt.

00:10:35: Und diese Frage nicht wie kriege ich das in den Griff?

00:10:38: sondern Was ist es hier für die Situation und was brauchen wir gerade für unser Wohlbefinden?

00:10:44: das verändert total die Richtung.

00:10:46: Das verändert nicht, dass wir weitere Herausforderungen haben in Sachen Begegnung.

00:10:52: Es verändert nichts, dass ich weitergucken darf, dass Ella sich hier nicht irgendwelche Dinge reinpfeift aber es verändert meine Grundspannung und es verändert dann den Umgang damit.

00:11:03: Und es verändert damit auch.

00:11:04: wann kann ich sie wie lassen?

00:11:06: Ich bin auf einmal bereit Lösungen zu sehen und nicht nur die ganzen Hürden.

00:11:14: Diese eine Frage verändert also nicht die Ausgangssituation, aber es verändert die Richtung.

00:11:19: Du kämpfst auf einmal nicht mehr gegen die Probleme sondern du gehst mit deinem Mund zusammen einen Weg und wenn du das nächste mal merkst dass du gerade kämpft dann halt mal kurz inner atmet tief durch lass bewusst die Schultern fallen und frag dich mal was wäre jetzt etwas was uns beiden für den Moment tut?

00:11:43: Nichts.

00:11:44: Wie können wir das jetzt perfekt trainieren?

00:12:14: bekommen wir das nicht perfekt, nicht dauernd sondern für einen Moment die Veränderungsrichtung.

00:12:22: Ich hoffe du kannst daraus etwas mitnehmen.

00:12:25: ich hoffe du nimmst dir die Zeit bewusst die Schultern fallen zu lassen nie alleine locker zu lassen und zu merken wann kämpfe ich eigentlich gerade gegen mich mein Hund und dass wie wir leben?

00:12:39: Und wann gehe ich mit meinem Hund gemeinsam durchs Leben dass die dich bereich hat?

00:12:45: und in der nächsten Woche da möchte ich mit dir über ein anbockendes Thema, ein anschließendes Thema sprechen.

00:12:55: Nämlich warum ich keine Kommandos gebe und warum das für mich kein Kontrollverlust in Sachen Erläufe bedeutet.

00:13:07: Bis dahin!

00:13:08: Ich bin Anne Bucher, lasse ihr es anders mit Hunden Und ich hoffe du hörst nächste Woche wieder rein.

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